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Historie der "Sportgemeinschaft 1868 Bruchköbel e. V."
1868 wurde die "Turngemeinde Bruchköbel" gegründet. Bruchköbel hatte damals 895 Einwohner Namentlich bekannte Mitbegründer waren Jean Kircher aus der Schweizergasse und Fritz Kircher aus der Hepplergasse.
1893 gründete sich in Gera der "Arbeiter-Turner-Bund". Diesem Verband hatte sich die Turngemeinde angeschlossen, was offensichtlich in dem mittlerweile 25 Jahre alten Verein zu Streitigkeiten führte. Die "bürgerlichen" Turner zogen sich von den "Arbeiterturnern" zurück.
1894 entstand so die "Turngesellschaft Bruchköbel". Die "Deutsche Turnerschaft" war der Verband, dem der neue Verein dann beigetreten war
Nach der Jahrhundertwende 1902 errichtete die Turngemeinde eine Turnhalle in der Hauptstraße, die auch den Turnern der Turngesellschaft zur Verfügung stand.
1909 bildeten sich in beiden Vereinen Fußballabteilungen. Damit fand eine erste, außerhalb vom Turnen liegende Sportart Eingang in die Vereine.
1913 waren die Vorbereitungen in der Turngesellschaft zum Bau einer eigenen Turnhalle soweit gediehen, dass die Grundsteinlegung erfolgen konnte.
In den Kriegsjahren 1914/18 kam die Vereinsarbeit zum Erliegen, lediglich die Fußballer spielten in Notgemeinschaften weiter
1922 wurde das Raffballspiel in beiden Vereinen eingeführt, wo vorher auch schon Faustball gespielt worden war Das Raffballspiel war ein Vorläufer des heutigen Handballspiels.
1927 erfolgte in Bruchköbel die Gründung des "Verein für Rasensport", in dem die Fußballer ihre Heimat fanden. Der junge Verein hatte sich danach dem "Arbeiter-Turn- und Sportbund" angeschlossen.
1928 trat innerhalb der Turngesellschaft die Handballabteilung ins Leben, deren sportlichen Weg wir bis in unsere Zeit genau kennen.
1933 wurde der "Arbeiter-Turn- und Sportbund" liquidiert und mit ihm alle angeschlossenen Vereine. So in Bruchköbel auch die Turngemeinde und der "Verein für Rasensport". Beide Vereine wurden ihrer Vermögenswerte beraubt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass heute keinerlei schriftliche Unterlagen der Vereine mehr existieren. Die gingen 1933 unter. Die Turnhalle der Turngemeinde wurde später ein HJ-Heim und 1944 bei einem Fliegerangriff zerstört.
Noch im Jahr 1933 gründete sich als neuer Fußballverein der "1. Fußballclub 1933 Bruchköbel".
Die Turngesellschaft hatte weiterhin Bestand, aber auch nicht mehr in ihrer alten Form. Aus dem Vereinsvorsitzenden wurde der "Vereinsführer", aus dem Turnwart der "Turn- und Wehrwart". Die Turngesellschaft in Bruchköbel musste, wie alle Vereine im damaligen Reich, die sogenannte Gleichschaltung über sich ergehen lassen.
1935 wurde die Deutsche Turnerschaft aufgelöst und in den "NS Reichsbund für Leibesübungen" überführt. Damit bestand auch für die Turngesellschaft ihr alter Verband nicht mehr. Die alte Turnerfahne wurde für immer vom Mast geholt.
1937 verlor die Turngesellschaft ihren Namen. Der Reichsbund für Leibesübungen, verfügte eine Zwangsvereinigung mit dem 1. Fußballclub zum "Verein für Leibesübungen".
Im September 1938 (!) wurde die Turnhalle von der "Reichsstelle für Getreidebewirtschaftung" beschlagnahmt und als Getreidelager benutzt.
Ab diesem Zeitpunkt war Turnen auf viele Jahre hinaus ein Stiefkind in Bruchköbel geworden.
Nur die Fußballer und Handballer im VfL waren noch solange aktiv, bis die Kriegsjahre 1939/45 jegliche Vereinstätigkeiten ruhen ließen.
1945 hat die amerikanische Militärregierung die Auflösung aller NS-Organisationen und ihrer Untergliederungen angeordnet. Da alle Turn- und Sportvereine dem NS-Reichsbund für Leibeserziehung angehört hatten, waren alle Vereine im Land, demnach auch der "Verein für Leibesübungen", davon betroffen.
77 Jahre Sportgeschichte in Bruchköbel waren seit Gründung der Turngemeinde bis zur Auflösung des "Verein für Leibesübungen" vergangen. Es waren wechselvolle Jahre.
Am 2. Februar 1946 kam es zur Gründung der "Sportgemeinschaft Bruchköbel".
Bruchköbel hatte damals 2100 Einwohner.
In der Gründungsversammlung, die im Saale von Philipp Schmidt stattgefunden hatte, wähltendie Teilnehmer Wilhelm Fischer zum ersten 1. Vorsitzenden der neuen Gemeinschaft. Weitere Mitglieder im Vorstand waren Fritz Baumann, Heinrich Schomann, Georg Ruth, Philipp Wörner, Jean Beckmann, Gottlieb Daus, Christian Paul, Wilhelm Kloos und Karl Klaiß. Der von der Versammlung festgelegte Mitgliedsbeitrag betrug ‘monatlich 0,60 RM für Männer und 0,40 RM für Frauen und Jugendliche.
Eine neue Sportära nahm in Bruchköbel ihren Lauf.
1968 feierte die Sportgemeinschaft das 100jährige Jubiläum des Vereins.
1992 wurde erstmals gemeinsam ein werbendes Sportfest aller Abteilungen im Rudolf-Harbig-Stadion durchgeführt. Eine gleichartige Veranstaltung unter dem Motto "Die SG Bruchköbel stellt sich vor" wurde dann im Jahre 2001 in der neu gebauten "Dreispitzhalle" wiederholt.
Die Abteilungen haben seit 1946 gute Arbeit geleistet, nicht minder auch die Vorstände des Vereins. Stellvertretend für alle, die sich in den zurückliegenden Jahren bis heute um den Verein verdient gemacht haben, seien hier die Namen der Vereinsvorsitzenden seit 1946 genannt: Nach Wilhelm Fischer (1946—1956) waren es Fritz Baumann (1956—1965), Walter Schreiber (1965—1969), Walter Flierl (1969—1988), Georg Noll (1988—1996) und seit 1996 Horst Köllner.
Eine Schachabteilung, gegründet 1935 gab es bis 1998. Heute bilden den Verein die starken Abteilungen Fußball, Handball, Turnen - Leichtathletik - Gymnastik, Tischtennis und Basketball. Bedingt durch die Spezialisierung der einzelnen Sportarten, sind die Abteilungen heute voll auf ihre zuständigen Fachverbände ausgerichtet.
Die Sportgemeinschaft Bruchköbel ist heute einer der größten Vereine in der weiten Umgebung. Die Sportler, ihre Familien und Anhänger fühlen sich in ihr wohl und besonders die Kinder und Jugendlichen sind in ihr gut aufgehoben.
Stand: Dezember 2003
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