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Halbjahresrückblick 2021 SGB Fußball

(Halbjahres-)Rückblick 2021:Ungewöhnliche Zeiten, ungewöhnliche Maßnahmen. Oder: Wenn der Jahresrückblick zum Halbjahresrückblick wird.

In 2021 war vieles anders. Auch bei der SG Bruchköbel. Coronabedingt passierte von Januar bis Juni im Seniorenbereich bei der SG Bruchköbel wenig, richtig los ging’s erst wieder mit Aufnahme des Trainingsbetriebs ab Ende Juni. Mit einem „etwas anderen“ Blick zurück auf ein dennoch intensives Halbjahr wünschen wir allen Freunden der SGB einen guten Rutsch und ein erfolgreiches 2022!

Der Aufreger: Keine Frage, der unvorhergesehene Wechsel des Trainers des B-Teams und der U19 zu einem Kreisoberligisten Ende August hat in Kewel aber auch im Fußballkreis Unverständnis ausgelöst. Nicht nur, weil die Saison der KLA da bereits drei Spiele alt war und das B-Team ohne den damals urlaubenden Coach die ersten drei Ligaspiele ohne Gegentreffer allesamt gewonnen hatte und im Kreispokal eine Runde weiter kam. Nein. Auch deshalb, weil sich gleich vier Stammspieler mit abmeldeten und in Bischofsheim einen Amateur-Vertrag unterschrieben, der die übliche Ablösezahlung des Quartetts umging. Die Erklärung des Ex-Trainers im Hanauer Anzeiger zu seinem Karrieresprung von einem Neunt- zu einem Achtligisten: „Wenn du in der 2. Bundesliga ein Angebot aus der ersten bekommst, nimmst du auch an.“ Ironie der Geschichte? Das B-Team steht zur Winterpause in der KLA auf einem Platz der am Saisonende zur Aufstiegsrelegation berechtigen würde und damit auf den Ex-Coach treffen könnte. Die U19 hat sich glücklicherweise davon auch nicht beeindrucken lassen und belegt in der Gruppenliga Frankfurt mit Aufstiegsambitionen Platz 2!

Die schönsten Tore:* Bronze an Kristian zum 3:2 im Kellerduell gegen den VfB Offenbach. Der Aufbau zum Torabschluss beginnt lehrbuchmäßig in der zentralen Abwehr, wird von dort aus schnell und über mehrere Stationen vorgetragen. Aus 17 Metern zentraler Position nimmt Kristian den Kopf hoch und hämmert den Ball in den rechten Knick.* Silber, das 4:1 von Jimmy in Langen. Nach Außenristpass von Felix R. ein Übersteiger samt „Sohlenzieher“ am herausstürzenden Torwart vorbei – tanze Samba mit mir in der Gruppenliga Frankfurt.* Gold an „Diego“ Milad in Klein-Krotzenburg. Es gibt Tore, denen geht ein toller Spielzug oder ein Glücksmoment voraus. Und es gibt Tore, die beruhen auf einer Intuition, einer Augenblicksidee. So auch beim 3:1 von Milad. Die SGB führte überraschend 2:1 und schaltete kurzfristig von betont abwartend auf Konterspiel um. Milad bekam in der eigenen Mittelkreishälfte den Ball, dribbelte intuitiv in vollem Speed bis in den gegnerischen Strafraum und traf aus 14 Metern ins rechte Toreck. Wer dabei war, fühlte sich an Diego Maradona erinnert, als der Argentinier auf seinem Weg zum 2:0 ein halbes Dutzend Engländer wie Slalomstangen stehen ließ. Reiner Instinkt, wow.

Das Unglückstor: Steinheim zuhause, Ende August. Nach zwei Auftaktsiegen und der frühen Führung durch Rodney gegen den SVG sah alles nach einem weiteren Erfolg und dem Sturm auf die Tabellenspitze aus. Problem I: Rodney verletzte sich beim Torschuss so sehr, dass er ausgewechselt werden musste und mit Ausnahme eines Kurzeinsatzes in Dörnigheim die komplette Halbserie über ausfiel. Problem II: Die zuvor sieglosen Steinheimer glichen noch vor der Pause aus und erzielten trotz Keweler Überlegenheit in Hälfte 2 einen mehr als glücklichen Siegtreffer in der Nachspielzeit.

Wer 2:0 führt……der stets noch verliert! Unfassbar und doch wahr: Fünfmal führte die SGB mit 2:0 und gab dabei noch viermal das Spiel aus der Hand (drei Niederlagen, ein Remis). Nur beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht Nidda reichte eine 2:0-Führung am Ende auch zum Sieg. Rechnet man die mitunter auch spielerisch komfortablen 2:0-Führungen hoch, könnte man zum Ende der Halbserie 11 Punkte mehr haben und auf Platz 4 stehen.

Das beste Spiel: Es klingt seltsam. Es ist seltsam. Und am Ende war’s seltsam. Es klingt seltsam, weil es sich um eine Niederlage handelt. Es ist seltsam, da die SGB in diesem Spiel mit einer absoluten Notbesetzung (andere Vereine wären gar nicht erst hingefahren!) antrat und selbst eingefleischte Keweler die Fahrt zum haushohen Favoriten und Spitzenreiter an einem unangenehmen Herbstsonntag meideten. Und es war seltsam, da Bruchköbel bis zur 84. Minute in Führung lag und den Siegtreffer der Gastgeber in der „Nachspielzeit der Nachspielzeit“ aus abseitsverdächtiger Position kassierte. Wer dennoch am 7. November in Seligenstadt mit von der Partie war, wird sich noch lange an das Spiel erinnern. Jimmy brachte uns nach 21 Minuten in Führung, zudem traf Adnan kurz nach der Pause nur den Pfosten der Sportfreunde. Was danach folgte war ein einziger Sturmlauf der Übermannschaft aus Seligenstadt gegen stark ersatzgeschwächte Keweler Jungs, bei denen mit Paul, Mathis, Jason und Jakob gleich vier Spieler zum Einsatz kamen, die entweder noch U19 spielen können (Paul + Jakob) oder gerade erst aus der U19 in den Seniorenbereich gewechselt sind (Mathis + Jason). Es gibt gewonnene Spiele, die man schnell wieder vergisst. Und es gibt Spiele, die man trotz allen Unglücks niemals vergisst.

Das „unverlierbare“ Spiel……das dennoch verloren wurde: Oberau Ende September, tiefes Geläuf. Kurz vor und kurz nach der Pause schlägt die SGB zu, führt 2:0 und hat alles, wirklich alles fest im Griff. Unmittelbar nach dem 2:0 die Riesenchance zum 3:0. Aber: Der Ball zum sicher geglaubten Tor geht aus gefühlt zweimeterfünfzig Entfernung einen Meter übers Tor. Gegenzug Oberau, eine verunglückte Flanke mit links von einem Rechtsfuß wird lang, länger – und senkt sich in den hinteren Torwinkel. Für Oberau ein Weckruf, Kewel kapituliert. Am Ende geht das Spiel 2:5 verloren, Unfassbar.

Die flexiblen Unbezwingbaren: Narek und Paul. Narek übernahm nach dem Abgang des KLA-Trainers das B-Team und gewann bis zu deren Übernahme durch Andreas jedes einzelne Spiel (siebenmal KLA sowie zwei Kreispokalspiele)! Paul wiederum hat bei seinen 10 Einsätzen in der 1. Mannschaft bereits in allen Mannschaftsbereichen gespielt: Sturm (in Marköbel), Mittelfeld (in Nidda), Abwehr (alle anderen Spiele) und Tor (nach einer roten Karte für Keeper Jannik im letzten Spiel gegen Marköbel).

Fun fact am Rande: Auch wenn es nur für wenige Minuten war, blieb er als Aushilfstorwart ohne Gegentreffer 😉Lieblingswort des Trainers: „Resolut“

Foto:R.Müller

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