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Start in neue Liga: Vor der SG Bruchköbel liegt noch viel Arbeit

Von Robert Giese (Hanauer Anzeiger)

Bei einem Testspiel gegen den bayerischen Oberligisten TSV Lohr zeigten die Bruchköbeler trotz dieser Umstellungen einige vielversprechende Ansätze, allerdings wartet auf den SGB-Coach Tegaday Ramos-Nuez in den kommenden Wochen noch viel Arbeit. Die möglicherweise langwierige Verletzung eines Schlüsselspielers treibt den Bruchköbeler Verantwortlichen zudem Sorgenfalten auf die Stirn.

Ramos-Nuez studiert neues Abwehrsystem ein

Im Vergleich zur Vorsaison trat die SGB gegen Lohr nicht nur personell stark verändert auf, auch die Spielweise unterschied sich signifikant von der Taktik der Vorsaison. Hatten die Bruchköbeler in der abgelaufenen Spielzeit noch bevorzugt mit einer 3:2:1-Abwehr verteidigt, so verteidigten sie im Testspiel mit einer 6:0-Deckung. Diese lauerte aber darauf, dem Gegner den Ball abzuluchsen und möglichst schnell eigene Angriffe einzuleiten.

Das Tempospiel der Bruchköbeler erwies sich gegen Lohr gerade im ersten Durchgang als echte Waffe: Nach Ballgewinnen ging es schnörkellos nach vorne, wo die SGB über die Erste und Zweite Welle viele leichte Tore erzielte. Zwar machte es der Gegner aus Bayern durch ein dürftiges Rückzugsverhalten den Bruchköbelern relativ leicht, aber insgesamt konnte sich das Umschaltspiel durchaus sehen lassen und führte dazu, dass sich der Drittliga-Absteiger nach zehn Minuten auf 7:3 und nach 20 Minuten auf 14:7 absetzen konnte.

Neuzugang Batinovic überzeugt

Im gebundenen Spiel setzte das Team von Tegaday Ramos-Nuez nach dem Abgang der beiden Distanzschützen Dennis Weit und Bastian Schwarz wieder mehr auf Eins-gegen-Eins-Duelle und versuchte, die Außen ins Spiel zu bringen. Das klappte vor allem dann gut, wenn Hrvoje Batinovic auf dem Feld stand, der nicht nur trickreich war, sondern auch ein gutes Auge für die Mitspieler hatte und zudem mit Schlagwürfen für Torgefahr sorgte. Auch wenn es noch einige Abstimmungsprobleme gab, überzeugte Batinovic durchaus, während seine Kollegen im Rückraum nur wenige Akzente setzen konnten.

Nach einer 19:14-Führung zur Pause hatten die Bruchköbeler allerdings Schwierigkeiten, im zweiten Durchgang in Fahrt zu kommen. Die Partie war nun zerfahrener, und vor allem das Tempospiel der SGB fand kaum noch statt. Das lag auch an Torwart Ivica Simic, der zwar einige Würfe gut parierte, dem aber seine langen Pässe allesamt missrieten. Wenn das SGB-Tempospiel nicht brachliegen soll, muss Simic bis zum Saisonstart noch dringend am Timing seiner Pässe arbeiten.

Da sich die SGB-Offensive im zweiten Durchgang auch im gebundenen Spiel zunächst nicht mit Ruhm bekleckerte, kam Lohr immer näher heran – nach 50 Minuten stand es nur noch 25:22 für die Hausherren. Diese hatten dabei auch Defizite in der Abwehr aufblitzen lassen und zeigten sich insbesondere gegen Würfe aus der zweiten Reihe anfällig. Angeführt von Batinovic drehten die Bruchköbeler in den Schlussminuten aber noch einmal auf und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen, am Ende setzte sich die SGB mit 30:26 (19:14) durch.

Noch drei Wochen bis zum Oberliga-Start

Schließlich blieb ein zwiespältiges Fazit zurück: Gegen einen durchschnittlichen Oberligisten – in der Vorsaison landete der TSV Lohr auf Rang zehn – feierten die Bruchköbeler einen souveränen Sieg. Ihr Umschaltspiel war über weite Strecken brandgefährlich und Batinovic zeigte auch im Rückraum seine Klasse. Allerdings gibt es noch kleinere und größere Baustellen auf den restlichen Rückraumpositionen, im Abwehrverhalten und am Kreis.

Dort wiegt besonders schwer, dass Rückkehrer Jannik Hoffmann Probleme mit der Patellasehne hat und deshalb nicht spielen konnte. Eine genaue Diagnose steht noch aus, allerdings könnte der Schlüsselspieler länger ausfallen, was die SGB empfindlich treffen dürfte.